05.10.2009
IT-Projekte: Sparen erweist sich als Bumerang
Unter diesem Titel fasst pressetext einen Bericht der Standish Group zusammen, der auf die Folgekosten abgebrochener IT-Projekte hinweist. Nicht nur das investierte Geld ist weg, sondern auch Know-how, technische Weiterentwicklungen und effizientere Prozesse gehen verloren.
Jetzt, wo das Sparen erste Priorität hat, werden vermehrt IT-Projekte abgebrochen. Projekte, die dazu bestimmt waren, die Prozesseffizienz zu verbessern, neue Geschäftsarten und -abläufe überhaupt zu ermöglichen; Projekte mit Aussicht auf einen ROI. Werden diese Funktionen, Verbesserungen und Neuerungen nicht mehr benötigt? Mag sein, aber die Quartalszahlen sind den Verantwortlichen offenbar wichtiger als die Sicherung des Unternehmenserfolges.
IT und kurzfristiges Quartalsdenken passen nicht zusammen. Wenngleich in der IT die Techniken rasch wechseln, die Anwendungen laufen immer länger als jemand je erwartet hätte. Die Stornierung einzelner Projekte aus Kostengründen lässt sich nicht immer vermeiden, und bei einigen der in der Euphorie der letzten Jahre gestarteten Projekt wird der ROI wohl gar hoch veranschlagt worden sein.
Wenn schon Projekte storniert werden müssen, dann mit Bedacht und unter Berücksichtigung der IT-Gesamtinteressen und, so die Standish-Group, auch unter Berücksichtigung «aller» direkten und indirekten Folgekosten.
IT-Infrastrukturprojekte trifft es als erste
Nach unserer Erfahrung trifft es die IT-Infrastrukturprojekte als erste. Denn hier schreit kein Benutzer, es ist ja «nur» die IT – und die hat bisher ja auch funktioniert. Mit diesem Argument kann man etwa einen Releasewechsel eines Compilers oder eines anderen Entwicklungswerkzeugs einfach aus der Projektliste kippen, denn richtig, die IT wird trotzdem auch weiterhin laufen, und einen ROI hätte das Projekt auch nicht gehabt – nochmals richtig.
Die Summe dieser Versäumnisse wird zum wachsenden Risiko und schliesslich zur tickenden Zeitbombe. Irgendwann einmal kommt der Zeitpunkt, zu dem dann wirklich etwas getan werden muss, weil sonst die IT stillsteht. Etwa dann, wenn ein neues Release einer Anwendungssoftware installiert werden muss, weil nur dieses den neuesten gesetzlichen Anforderungen entspricht. Und dieses Release verlangt eine bestimmte Infrastruktur – deren Installation man sich in der Vergangenheit «erspart» hat.
Fazit: Sparen nur mit dem Kurzzeitblick und ohne den Blick aufs Gesamte kann teuer werden!


















