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Das ist das Fazit einer Studie über IT-Veränderungsprojekte des Infas-Instituts, über die Computerworld Schweiz berichtet. Mit den Ergebnissen der Systemharmonisierungen, -konsolidierungen, -umstellungen und Reorganisation sind die CIOs zwar weitgehend zufrieden, aber der Aufwand an Zeit und Geld  ist ihnen zu hoch, und die Projekte laufen ihnen zu lange.

Aufhorchen lassen die Bemerkungen, dass «es häufig an einer klaren Vorgehensweise fehlt» und dass «drei Viertel der IT-Verantwortlichen der Auffassung sind, dass sich IT-Landschaften durch weitgehend automatisierte Abläufe auf Basis einer Standardlösung deutlich schneller abwickeln liessen.»

Erfreulich: CIOs sehen Notwendigkeit von Werkzeugen und Automatisierung

Uns freut, dass Manager zu diesen Erkenntnissen kommen. Es ist verständlich, dass die tieferen Hierarchiestufen einer IT-gestützten Automatisierung kein Vertrauen schenken, denn ihr Tagesgeschäft  sind nicht die Änderungsprojekte im Grossen, sondern mehrheitlich kleinere bis mittelgrosse Änderungen und Erweiterungen. Zudem sind die grossen Änderungsprojekte vorwiegend technischer Art: Systemwechsel und -harmonisierungen sowie Konsolidierungen der Systemlandschaft. Mit dieser Art Vorhaben haben die Mitarbeiter einer Entwicklungsabteilung schlicht zu wenig Erfahrung.

Know-how von aussen holen: Eine Kunst für sich

Der Versuch, das fehlende Know-how von aussen zu holen, ist aber offenbar auch nicht sehr erfolgreich, waren doch über die Hälfte der CIOs mit den Leistungen der Externen unzufrieden. Da müssen sich die CIOs nicht wundern. Denn wie wählen sie solche Projektpartner aus? Können, Erfahrung und Engagement der Leute, die das Projekt schliesslich machen, zählen beim Entscheid meistens wenig, sondern in erster Linie sind Grösse und der Name der Firma fälschlicherweise entscheidungsrelevant. «Die haben ja so viele Leute; die haben das schon in anderen Firmen gemacht.» Aber diese Leute sind nicht mehr da oder nicht verfügbar, so dass ein Know-how-Transfer gar nicht stattfinden kann.

Kleine Firmen für Technik und Prozess-Know-how, grosse für die Manpower

Ideal sind in solchen Fällen Kombinationen: Das eigene Personal, so weit verfügbar; mittlere bis grössere Beratungsfirmen und Systemintegratoren, die genügend Personal und Projekt-Management-Know-how bereitstellen können; und meist kleine, technisch orientierte Firmen, die Know-how mitbringen bezüglich Vorgehen in Technologie- und Change-Projekten, Werkzeugen und Automatisierung. Alleine schaffen es weder Berater noch Techniklieferanten: Die Berater nicht, weil sie primär ihre Mitarbeiter beschäftigt haben wollen und deshalb Werkzeuge und Automatisierung nur allzu gerne ablehnen; die Techniker nicht, weil sie zu wenig Personal haben.

Ideal ist, wenn die die Techniker auf Basis von Standardprodukten für Wartung, Reengineering, Prozessautomatisierung massgeschneiderte Prozesse und Infrastrukturen aufbauen und testen können, so dass nachher im grossen Stil fabrikmässig gearbeitet werden kann.

Das ist kein theoretischer Ansatz, sondern das, was wir seit Jahren erfolgreichin Projekten praktizieren. Dabei stellen wir immer wieder fest, dass der technik-, prozess-, automatisierungs- und werkzeugorientierte Change- und Automatisierungsprofi eine ganz andere Sicht auf die Dinge hat: Er blendet Anwendungsaspekte aus und konzentriert sich auf die zu ändernde «Mechanik», auf die es jetzt ankommt. Für den Anwendungsspezialisten hingegen stehen Anwendungsaspekte verständlicherweise  im Vordergrund. Die Kombination der beiden Sichten ist ideal.

2 Kommentare zu “Änderungsmanagement im Grossen: Unbefriedigend”

  1. Tomam 08.09.2009 um 16:03

    Ressourcen sinnvoll zu allokieren wird immer wichtiger gerade in schweren Zeiten!
    Die Wirtschaftskrise beweist jedoch wieder, dass kleine Schnelleboot oftmals sinnvoller sind wie grosse tanker :-)
    Innovation bleibt Trumpf

  2. Norbert Niggam 08.09.2009 um 18:16

    Danke, Tom, für Deinen Kommentar. Köpfchen braucht’s!

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