19.08.2009
ALM-Integration (9): Prozessautomation
Prozesse sind die Dynamik und das Rückgrat jeder Organisation. Sie zu optimieren, schlägt sich direkt in den erzielten Ergebnissen nieder.
Prozesse sind die Dynamik, das Leben in einem System — aber sie sind unsichtbar. Wir sehen zwar Menschen und Maschinen etwas tun, aber die Zusammenhänge und Abläufe sind nicht unmittelbar ersichtlich, oder höchstens teilweise. Genau das macht sie so schwierig beherrschbar und deshalb zum prädestinierten Interventionspunkt. An den Prozessen müssen wir die Hebel ansetzen, um das SCCM insgesamt zu verbessern.
Prozessautomatisierung — der Schlüssel zum Erfolg
Prozessgestaltung in der Informatik ist glücklicherweise um einiges einfacher als in der Fertigung, in der «realen» Welt, die Güter bewegt und transformiert. Die Schwergewichte Produktionsstrassen und -hallen sind der beste Anschauungsunterricht. Daten zu transportieren und zu verändern ist demgegenüber ein Kinderspiel, das sich erst noch automatisieren lässt. Dass einem komplizierte Strukturen das Spiel vergällen, ist das Salz in der Suppe, die Herausforderung: Aber anstatt sich an diesen die Zähne auszubeissen, vereinfacht man sie, bevor man sie automatisiert.
Das Thema Automatisieren kommt immer wieder und wir können es nicht genug betonen, wie not dies tut. Natürlich gibt es Dinge, die sich nicht automatisieren lassen. Es sind dies vor allem Entscheidungen im Enterprise Architecture und Project Portfolio Management und in den übrigen Disziplinen des ALM, sei es beim Requirements, Change oder Release Management. Aber vor und nach den Entscheidungen gibt es enorm viel an Datenaufbereitung und -bereitstellung, die automatisiert werden kann bzw. muss.
Ein grosses Rationalisierungspotenzial besteht erfahrungsgemäss im Source- und Release Management, wo viele Routinearbeiten anfallen. Es darf nicht vorkommen, dass Compilationsjobs, Testsequenzen, das Zusammenstellen von Releases und ähnliche Massenarbeiten manuell gemacht werden. Das ist einfach viel zu gefährlich, aber dennoch vielerorts an der Tagesordnung. Diese Abläufe müssen automatisiert sein. Wenn der Einwand kommt, dass das viel zu kompliziert zum Automatisieren sei, dann heisst es zurück auf Nummer 1: vereinfachen.
Ebenfalls geht viel Zeit drauf für das Zusammentragen von Metadaten, die x-fach in Excel-Tabellen eingetragen und kurze Zeit später schon wieder aktualisiert bzw. neu erfasst werden müssen, weil die Prozesse weder integriert, sprich verbunden, geschweige denn automatisiert sind. Jede Zusammenstellung, jede Managementunterlage für ein Software-Release, jeder Statusreport artet deswegen in ein mühseliges Projekt aus.
Automatisierung heisst Kulturwechsel
Automatisierte Abläufe können einen grossen Kulturwechsel nach sich ziehen. Man denke etwa an Nightly Builds, automatisiertes Testen oder den automatisierten Aufbau eines Releases. Das läuft nicht auf Anhieb und einige liebgewordene (schlechte) Gewohnheiten müssen geopfert werden. Aber der Lohn ist vielfach: Probleme werden viel früher erkannt, Dutzende von Fehlern manueller Arbeit und in der Folge Hunderte für das Suchen und Reparieren entfallen.
Weg mit Werkzeugen, die die Automatisierung behindern
Das ärgerlichste und hässlichste Hindernis bei der Automatisierung sind Werkzeuge, die sich der Automatisierung widersetzen, weil sie nur für den interaktiven Onlinebetrieb gemacht sind. Es dürften davon zwar immer weniger in Betrieb sein, denn sie stammen aus der Zeit der Online-Euphorie, als ein Command- oder Batch-Interface oder so etwas Ähnliches, als veraltet und überflüssig angesehen wurde. Hier kann im schlimmsten Fall nur eines helfen: Man muss solche Werkzeuge loswerden, so sehr die Benutzer an ihnen hängen.
Werkzeuge für die Prozessintegration
Anwender kennen den Begriff «Business Process Management», IT-Leute auch, nur ist bisher den wenigsten aufgefallen, dass es auch ein «IT Process Management» gibt, das mit der gleichen Methodik angegangen und mit Werkzeugen unterstützt werden kann. Es gibt sie trotzdem, die ITler, die den Nutzen des Prozessmanagements und der Prozessautomatisierung kennen, und es gibt die Werkzeuge dazu, wie etwa SCOUT² von Delta Software, die sich im Grosseinsatz längst bewährt haben und Prozesse in einem Ausmass beschleunigen, die niemand zu träumen gewagt hat.
Gehen wir den Prozessen nach, stossen wir automatisch auf die Daten. Davon mehr im nächsten Beitrag.
Weitere Beiträge in dieser Reihe
(1) Fehler darf man machen — aber nicht zwei Mal dieselben
(2) Anwender- und prozessorientiert zum Erfolg
(3) Manuelle Arbeit — und wie man sie besser los wird
(4) Am Anfang steht die Anforderungsanalyse
(5) ITIL und ALM
(6) Ohne Istaufnahme geht es nicht
(7) Verzicht, Vereinfachung und Automatisierung
(8) Ein Projekt
(10) Zukunftsaufgabe Metadaten-Integration



















[...] (6) Ohne Istaufnahme geht es nicht (7) Verzicht, Vereinfachung und Automatisierung (8) Ein Projekt (9) Prozessautomation (10) Zukunftsaufgabe [...]
[...] (6) Ohne Istaufnahme geht es nicht (7) Verzicht, Vereinfachung und Automatisierung (8) Ein Projekt (9) Prozessautomation (10) Zukunftsaufgabe [...]
[...] (6) Ohne Istaufnahme geht es nicht (7) Verzicht, Vereinfachung und Automatisierung (8) Ein Projekt (9) Prozessautomation (10) Zukunftsaufgabe [...]
[...] (6) Ohne Istaufnahme geht es nicht (7) Verzicht, Vereinfachung und Automatisierung (8) Ein Projekt (9) Prozessautomation (10) Zukunftsaufgabe [...]
[...] (5) ITIL und ALM (7) Verzicht, Vereinfachung und Automatisierung (8) Ein Projekt (9) Prozessautomation (10) Zukunftsaufgabe [...]
[...] (5) ITIL und ALM (6) Ohne Istaufnahme geht es nicht (7) Verzicht, Vereinfachung und Automatisierung (9) Prozessautomation (10) Zukunftsaufgabe [...]
[...] Automatisierung von Build und Deployment reduziert Kosten – ein Praxisbericht Automation lohnt sich ALM-Integration: Prozessautomation [...]