Monatsarchiv für Juli 2009

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Norbert Nigg

ALM-Integration (8): Ein Projekt

ALM-Integration berührt Daten, Funktionen und Prozesse. Was in welcher Reihenfolge angegangen wird, hängt ganz von der individuellen Situation ab. Sorgfältige Projektplanung und -ausführung ist vonnöten.

Die drei Integrationsebenen der EAI (Enterprise Application Integration) – Daten, Funktionen, Prozesse – gelten auch für die ALM.

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Verzicht und Automatisierung sind Prinzipien, die man bei der Formulierung der Ziele und der Konzipierung neuer Lösungen für das ALM eisern befolgen muss.  Nur so kommen wir zu schlanken und wirtschaftlichen ALM-Lösungen. Fett ansetzen tun sie von alleine wieder!

Ausgangspunkt dieser Artikelreihe ist die Beobachtung, dass die IT sich anschickt, ALM-Silo neben ALM-Silo zu stellen, genau so, wie sie das mit den Silos der betrieblichen Anwendungen getan hat.

Die Erfahrungen zeigen, dass ALM-Funktionen, -Daten und -Abläufe viele Redundanzen enthalten, die in den letzten Jahren erst noch stark zugenommen haben. Denn jede Programmiersprache, jede eingekaufte Anwendung,  jede Plattform und manche  Systemsoftware kommt  mit ihrer eigenen Infrastruktur  für die Verwaltung von Metadaten daher. Damit nicht genug: Die Einführung von IT-Ressourcen-, Project-Portfolio-, und Enterprise-Architecture-Management sowie ITIL , — wenn möglich jedes mit seinem eigenen Werkzeug — hat die Metadatenmenge  vergrössert, und natürlich hat jedes Werkzeug und jedes Arbeitsgebiet seinen privaten Silo!

Beim Durchforsten des Dickichts von Funktionen, Daten und Prozessen sollten wir uns von diesen Prinzipien leiten lassen:

Verzichte auf alles, was nicht wirklich nötig ist und nicht mit vernünftigem Aufwand fehlerfrei auf Stand gehalten werden kann. Es gibt Informationen, die man sich gescheiter ad hoc beschafft, als dass man sie dauernd pflegt. Nicht jedes Metadatum muss in Echtzeit erfasst werden.

Wir alle haben schon zur Genüge erfahren, dass eine absolute Mussanforderung wegen «höherer Gewalt» plötzlich zum Nice-to-have-Feature mutiert. Warum nicht selbst einmal die höhere Gewalt spielen?

Vereinfachen: Mit Verzichten vereinfachen wir. Das was uns schliesslich als unverzichtbar erscheint, lässt sich meistens noch einmal vereinfachen. Was bringen komplizierte Lösungen, die keiner versteht und erst noch nicht richtig funktionieren? Jede einfache Lösung ist ihnen überlegen. Und zum Schluss, um allen das Leben zu vereinfachen:

Automatisiere, was sich automatisieren lässt. Wenn Redundanzen unvermeidlich sind, dann wenigstens auf eine kostengünstige und sichere Art. Viele ärgerliche und zeitraubende Fehler lassen sich durch Automatisierung zu 100 Prozent ausschalten.

Schliesslich ist alles eine Frage der Wirtschaftlichkeit, der Effizienz und Effektivität: Mit möglichst wenig Mitteln möglichst viel leisten. Verzicht, Vereinfachung und Automatisierung sind die wirksamsten Helfer!

Weitere Beiträge in dieser Reihe

(1) Fehler darf man machen — aber nicht zwei Mal dieselben
(2) Anwender- und prozessorientiert zum Erfolg
(3) Manuelle Arbeit — und wie man sie besser los wird
(4) Am Anfang steht die Anforderungsanalyse
(5) ITIL und ALM
(6) Ohne Istaufnahme geht es nicht
(8) Ein Projekt
(9) Prozessautomation
(10) Zukunftsaufgabe Metadaten-Integration

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Norbert Nigg

ALM-Dossier in der Netzwoche

ALM wird immer mehr zum Thema. Die Netzwoche hat in der Nummer 13 vom 8. Juli 2009 dazu ein Dossier mit drei Beiträgen veröffentlicht. Wenngleich betont wird, dass ALM mehr ist als Entwicklung und Werkzeuge, sind die drei Beiträge doch Entwicklungs- und Werkzeug-lastig. Schade. Aber lesenswert sind sie trotzdem.

Die Übersichtsdarstellung von David Chappell im Beitrag «Die Anforderungen an Application-Lifecyle-Management-Tools», stammt aus David Chappells Papier «What is ALM?».

Die Netzwoche gibt’s am Kiosk, im Abo oder auch als E-Paper.

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Am Anfang der ALM-Integration steht die Anforderungsanalyse, schrieben wir im letzten Beitrag. Und am Anfang der Anforderungsanalyse steht die Istaufnahme der Lösungen, Abläufe, Stellen und Personen, die sich heute schon mit ALM beschäftigen, meistens natürlich unter einem anderen Titel.

Es ist gefährlich, sich diesen Schritt ersparen zu wollen, den viele für altmodisch und überflüssig halten. Die bestehenden Anwendungen mögen zwar nicht mehr auf dem neuesten technischen Stand sein, was aber ihre Funktionen keineswegs obsolet macht.

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Norbert Nigg

ALM-Integration (5): ITIL und ALM

Kürzlich sind wir unter dem Titel «Anwender- und prozessorientiert zum Erfolg» u.a. auf die (eingeschränkte) Eignung von ITIL für das ALM eingegangen. Genau dieses Thema behandelt auch Ruben Meier von Beteo in seinem neuesten Beitrag «ITIL V3 — genügt der Ansatz für ALM?».

Sein Fazit geht in die gleiche Richtung wie unseres: ITIL ja, aber eingeschränkt auf das IT-Management im Betrieb. Für die übrigen Disziplinen des ALM seien «die Prozesse weit schwieriger zu definieren» und zu diesen Prozessen «fehlt es bis heute an guten, ausgereiften und standardisierten Schnittstellen».

Weitere Beiträge in dieser Reihe

(1) Fehler darf man machen — aber nicht zwei Mal dieselben
(2) Anwender- und prozessorientiert zum Erfolg
(3) Manuelle Arbeit — und wie man sie besser los wird
(4) Am Anfang steht die Anforderungsanalyse
(6) Ohne Istaufnahme geht es nicht
(7) Verzicht, Vereinfachung und Automatisierung
(8) Ein Projekt
(9) Prozessautomation
(10) Zukunftsaufgabe Metadaten-Integration