25.03.2009
Mehr Leistung – weniger Kosten: So gut wie nötig, so kostengünstig wie möglich
Alle reden derzeit vom Sparen und meinen: etwas verkaufen. Wir aber präsentieren Ihnen eine Lösung, mit der Sie wirklich sparen.
Wenn es um Geschäftsprozesse oder Arbeitsabläufe geht, spricht man heutzutage von «lean» und «schlank», was – sobald der Helikopterberater seinen Bonus kassiert hat und mit Getöse in einer Staubwolke von dannen geflogen ist – sich oftmals als Magersucht entpuppt, die dem Unternehmen bald ans Mark geht. Das erinnert an den Bauern, der seinem Pferd nach und nach weniger fütterte; mit grösstem Erfolg, wie er mit Genugtuung feststellte, bis genau zu dem Tag, als er das Pferd so weit hatte, dass es kein Fressen mehr brauchte. Da war’s aus mit dem Gaul.
Sparen mit Köpfchen
Offenbar braucht es etwas Überlegung zum nachhaltigen Sparen: Was können wir weglassen und unsere Ziele trotzdem oder gar besser erreichen? Welche Ziele können wir ohne Verlust an notwendiger Funktionalität und Qualität niedriger stecken oder sogar aufgeben, um noch mehr zu sparen?
Dieser Ansatz wurde vor über fünfzig Jahren in eine methodische Form gegossen und als «Wertanalyse» (WA) bekannt. (Und leider als «Gemeinkosten-Wertanalyse» in Verruf gebracht.)
Funktionen als Ausgangspunkt
Ausgangspunkt der Wertanalyse sind die Funktionen, die ein Produkt, eine Dienstleistung, ein Ablauf zu erfüllen hat. Es wird nach den Erwartungen des Leistungsempfängers gefragt; Zweck, Ziel und Funktionen werden ermittelt, die Funktionen zerlegt, mit einer ABC-Analyse kategorisiert, der Beitrag jeder Teilfunktion zur Erfüllung der Gesamtfunktion geschätzt und ihre Kosten ermittelt. Dabei werden nicht nur die Gebrauchs- sondern auch die Geltungsfunktionen einbezogen, die für den Ruf, das Image und das Prestige verantwortlich sind.
Bei einer solchen Analyse kommt oftmals Erstaunliches zutage. Jedes Produkt, jeder Ablauf enthält Funktionen, die einstmals gefragt und sinnvoll waren oder dafür gehalten wurden – heute jedoch überflüssig, ja störend sind und reine Kostenverursacher geworden sind. Im Laufe der Zeit ist dieses und jenes dazugekommen, anderes weggefallen. Abläufe und Strukturen wurden mehr schlecht als recht angepasst. Da braucht es bisweilen hartnäckiges Nachhaken, um Sinn und Zweck von Tätigkeiten, Abläufen und Strukturen zu ergründen.
«So gut wie nötig, so kostengünstig wie möglich»
heisst das oberste Prinzip, nach dem die WA die Funktionen, die der Leistungsempfänger erwartet, daraufhin überprüft, wie sie künftig erfüllt werden sollen. Es soll nicht mehr geliefert werden als wirklich notwendig ist, und das mit möglichst geringen Kosten. Denn was nützt es, etwas herzustellen, das niemand erwartet und nur kostet?
Dazu sind Ideen gefragt. Die Trennung der eigentlichen Funktion – das Was – von der Funktionserfüllung – dem Wie – hält zu methodischem Arbeiten an: Zweck und Form – Funktion und Realisierung – werden getrennt, um den Blick zunächst aufs Grundsätzliche zu lenken und erst dann auf kostengünstige, funktionsgerechte Implementationen.
Im Mittelpunkt der Wertanalyse steht also nicht das kopflose Sparen um jeden Preis, sondern eine Gesamtheit: die angemessene Leistung für die wirklichen Bedürfnisse zu optimalen Kosten. Gleicht das nicht auffallend dem heute populären «IT-Business-Alignment»?
Die Wertanalyse ist weder der letzte Schrei noch ein alter Hut, sondern eine Methodik, die sich für die Gestaltung von Produkten, Dienstleistungen und Abläufen in Produktion und Verwaltung mannigfach bewährt hat. Sie führt zu einem Überdenken liebgewordener Gewohnheiten, zu völlig neuen Lösungen und zu einem «Right-Sizing»: einer Anpassung der Lösungen an die heutigen Bedürfnisse. Es findet eine systematische Überprüfung des Vorhandenen statt, «Über- und Unterdeckungen» werden zum Vorschein kommen. Sie können nur gewinnen.
Bereits vor kurzem haben wir Ihnen drei Anregungen zum Sparen vorgestellt, und es kommen noch mehr.



















[...] Infoworld-Artikel ist eine Fortsetzung unseres letzten Beitrags, in dem wir uns aussprachen für angemessene, kostenoptimale Lösungen: Leistungen abbauen, die [...]
[...] Mehr Leistung weniger Kosten ─ So gut wie nötig, so kostengünstig wie möglich [...]
[...] ist gleichzeitig viel Pragmatismus, Sinn fürs Wesentliche, wertanalytisches Denken und der Wille zum Automatisieren [...]