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Norbert Nigg

Automation lohnt sich

Was Marco Gerussi unter dem Titel «Lohnt sich werkzeuggestütztes Test-Management» schreibt, können wir in allen Teilen unterschreiben. Zudem gelten die Argumente für die Automation nicht nur für das Test-Management, sondern generell für das Software -Engineering und -Management.

Skeptische Informatiker

Nur hat die Informatik den Nutzen der Automatisierung für ihre eigenen Bedürfnisse noch nicht entdeckt. Was heisst Automation in der Informatik? — Informatik! Die Informatiker muten die Informatik und damit die Automation zwar ihren Anwendern zu, aber sie selbst wollen noch von Hand entwickeln, testen und verwalten. Bei den eher unbeliebteren Arbeiten Testen und Verrwalten nehmen sie’s dann halt nicht so genau – mit unglaublichen Kostenfolgen. Dabei gibt es schon seit Jahrzehnten Generatoren, Test-, Workflow- und Verwaltungswerkzeuge. Andrerseits gibt es punktuell ganz hervorragenden Werkzeugeinsatz, z.B. für automatische Builds.

Natürlich gab und gibt es immer noch Werkzeuge, die wenig bis nichts taugen. Aber eben so häufig bewahrheitet sich «A fool with a tool is still a fool.» Das ist kein Argument gegen Werkzeuge, sondern nur gegen untaugliche Informatiker!

Warum sind die Informatiker Werkzeugen gegenüber so misstrauisch? Weil sie eingekauften Werkzeugen nicht vertrauen: Das mache ich doch selbst viel besser! Und natürlich finden sie einen Fall, wo das Werkzeug suboptimal arbeitet. Dabei vergessen sie, dass sich ein gutes Werkzeug verbessern lässt und von da an opitmal, ja ideal arbeitet. Jederzeit, unabhängig vom Entwickeler und dessen Tagesform vollbringt das Werkzeug eine immer gleichbleibende, hochstehende Leistung. Etwas, das auch der beste Entwickler nicht fertigbringt, und eine ganze Entwicklergruppe schon gar nicht. Absolute Zuverlässigkeit, gleichbleibende Qualität, höchste Geschwindigkeit, unabhängig von den Fähigkeiten des Entwicklers – das sind die Vorteile der Automatisierung.

Methode Standardisierung Automatisierung

Automatisierung ist das dritte Glied in der Kette Methode – Standards – Automatisierung. Werkzeuge benötigen eine methodische Basis, die die Arbeitsprinzipien und -verfahren festlegt. Eine Methode ist meistens aber ziemlich offen, und benötigt gewisse Konventionen. Ob Sie an Entity-Relationship-Diagramme, an Testverfahren, Prinzipien für das Konfigurationsmanagement denken, immer bietet eine Methode gewisse Varianten an, aus denen Sie auszuwählen haben. Und schliesslich müssen sie diese Auswahl noch standardisieren: Die bekanntesten Standards sind Namenskonventionen. – Jetzt erst steht die Basis für ein Werkzeug. Das müssen Sie aber nicht alles selbst machen, das nimmt Ihnen der Werkzeughersteller ab.

Vernachlässigtes SCCM – Software Change and Configuration Mangement

In Wartungs-, Migrations-, Portierungs- und Migrationsprojekten konnten wir uns oftmals nicht auf das vorhandene Konfigurationsmanagement (SCCM) stützen, weil es den Ansprüchen bei weiten nicht genügte. Viele Fehler, die in der Produktion viel Ärger beim Benutzer und hohe Kosten verursachen, sind auf Mängel im SCCM zurückzuführen. Es wird vernachlässigt und wenig automatisiert. Wenn nichts unternommen wird, verschlechtert sich die Situation. Denn es gibt immer mehr Software, da immer mehr Arbeitsgebiete informatisiert werden, zudem vervielfachen die modernen Entwicklungskonzepte wie Objekt-, Komponenten- und Serviceorientierung die Anzahl zu verwaltender Software-Artefakte und verkomplizieren die Software-Entwicklungs- und -Pflege-Prozesse.

Hier schlummert ein riesiges Rationalisierungspotenzial, das man schleunigst wecken muss. SCCM, methodisch aufgebaut, vereinheitlicht, vernünftig automatisiert bringt allen Beteiligen Vorteile: Die Benutzer freuen sich über die starke Verminderung der Fehlerraten, die Entwickler finden die Software (!), verbringen weniger Zeit mitdem Suchen und Verwalten von Software und ihren Fehlern, denn so viel wie möglich ist automatisiert.

5 Kommentare zu “Automation lohnt sich”

  1. Mageam 07.07.2008 um 10:29

    Dem kann ich nur zustimmen. Ein sauber aufgebautes IT Change Impact & Configuration Management, integriert in den möglichst automatisierten Change Management Process bildet die Basis für grosse Verbesserungspotentiale.

    Im Bereich Werkzeuge haben wir sehr gute Erfahrungen mit dem Testadministrations-Tool HP Quality Center (ehemals Mercury Test Director) gemacht. Gerd Fladrich beschreibt das passend in seinem Blog http://blog.beteo.ch/2008/07/07/testmanagement-qualitat-bei-geringen-kosten/.

  2. [...] Je besser das SCCM-System alle Prozesse der Software-Entwicklung unterstützt, integriert und automatisiert, desto besser sind die [...]

  3. [...] Benutzer und Management und verweigert der Projektleitung und dem Entwickler eine EDV-gestützte, automatisierte Software-Verwaltung. «Das SCCM wird in weiten Teilen manuell gehandhabt. Das typische, in einem [...]

  4. [...] Automatisierte Kontrollprozesse im Change Management ersetzen einen grossen Teil der manuellen, zeitaufwändigen Kontrollen. Einerseits sind alle, die mit dem Software-Entwicklungsprozess etwas zu tun haben, gezwungen, die QA-Vorgaben einzuhalten, andererseits unterstützen standardisierte und automatisierte Abläufe die Beteiligten bei den Verwaltungsaufgaben und garantieren eine wesentlich bessere Software-Qualität. [...]

  5. [...] von Build und Deployment reduziert Kosten – ein Praxisbericht Automation lohnt sich ALM-Integration: [...]

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